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Wir haben unsere Hansa-Jolle 212 im Frühjahr 2003 gekauft. Das Boot war sehr gut erhalten und gepflegt, aber für das Regattasegeln eingerichtet. Mein Sohn und ich wollten es aber nach unseren Wünschen so herrichten, dass es auch für längere Törns einen angemessenen Komfort bietet.
Den bisherigen Ausbau haben wir vorwiegend in den Weihnachtspausen durchgeführt. Wir konnten dazu auch eine Halle mit Kran nutzen und hatten dabei neben dem Arbeiten an unserem „Klassiker“ auch sehr viel Spaß. Mittlerweile liegt das Boot im Hafen der Segelgemeinschaft Waldsee an einem Altrheinarm bei Speyer. Wir sind damit auch schon zweimal mehrwöchig am Starnbergersee gesegelt und planen neben weiteren konstruktiven Verbesserungen nun Bodensee, Lago Maggiore und Müritz. Als wichtigste Neuerung haben wir eine glatte Liegefläche mit vier herausnehmbaren Bodenbrettern aus wasserfestem Sperrholz eingebaut (Bild 1), die mit dem Kielholz in der Mitte oben bündig abschließen. Dadurch ist zwar die Auflageebene insgesamt etwas nach oben gerückt, aber wir haben jetzt eine komfortablen Schlafbreite und schön Stauraum in der Bilge für Flaschen usw. Aus 7cm dicken Schaumstoffnoppenmatten haben wir passende Auflagepolster zugeschnitten, mit Leinenüberzügen versehen und schlafen darauf bestens. Verpackt werden die Auflagen im zusammengerollten Zustand in wasserdichten Säcken, die dann gleichzeitig als Auftriebskörper dienen für den Fall aller Fälle. Im Cockpit sind jetzt die von uns konstruierten und gebauten Klappsitze (Bild 2) eingebaut. Uns war es wichtig, dass die Sitze im eingeklappten Zustand völlig bündig mit der Cockpitseite sind und nirgendwo hinausragen (Stolperstellen). Die Sitze werden von unten nach oben herausgeklappt und rasten sicher ein. Die Rastung ist so ausgelegt, dass sie auch einem Drauftreten oder Drauffallen auf die Sitzfläche sicher standhält. Die Entriegelung erfolgt an der oberen Innenseite durch einen verdeckten VA-Bügel. Die Abtrennung zwischen Cockpit und Schlupfkajüte erfolgt durch zwei neugebaute Steckschotts (Bild 3), die gegen den Innenraum hin verriegelt werden. Das untere Steckschott dient als Schutz gegen Spritzwasser. Das obere Steckschott hat einen abschließbaren Verschluss und bewegliche Lüftungslamellen, die gegen Spritzwasser oder auch bei Kälte verschlossen werden können. Der Verschluss ist zwar sicherlich keine Diebstahlsicherung, aber er gibt doch ein gewisses Gefühl von Sicherheit, wenn man das Boot mal alleine lassen muss. Steuerbords ist ein klappbares Schott eingebaut, hinter dem sich Lenzpumpe, Eimer, Schwamm usw. befinden. Wir nennen es das „Schmutzschapp“. Backbords haben wir unser klappbares „Essensschapp“ (Bild 4und 5) eingebaut, das als oben offene Kiste erstaunlich viel Platz für Essen und Trinken bietet und auch während des Segelns schnell und einfach zugänglich ist. Beide Schapps sind übrigens mit SVB-Ringschnäpper verriegelt, was sich außerordentlich bewährt hat. 
Unsere jüngste Errungenschaft, auf die wir auch recht stolz sind, ist eine ganz flache Schwertkastenabdeckung (Bild 6), deren Oberkante mit der Liegefläche in der Kajüte auf gleicher Höhe liegt. Nachdem wir uns an der ursprünglichen Blechabdeckhutze dutzende Male die Schienbeine angestoßen und die Knie zerschrammt haben, habe ich die Schwertaufholung komplett umkonstruiert. Unter der schwarzen Platte befindet sich ein vierfach wirkender Flaschenzug, der in den Schwertkasten hineinragt. Die Schwertoberkante wurde gekürzt, so dass sie nicht mehr über das Kielholz hinausragt. So konnte die Originalform des Schwerts erhalten bleiben und der Tiefgang und die Segeleigenschaften blieben unverändert.
Die Aufholung geschieht mit einem kunststoffummantelten VA-Stahlseil, das gegen Wassereintritt ins Cockpit mit Dichtringen abgedichtet ist. Die schwarze Abdeckplatte sollte ursprünglich aus Sipo gefertigt werden, war sich aber nach der Fräsbearbeitung als zu rissempfindlich und damit anfällig gegen Wassereintritt ins Cockpit erwies (die Abdeckung liegt ja unterhalb der CWL). Wir haben uns deshalb zu einer Aluplatte entschlossen, die aus optischen Gründen schwarz-matt eloxiert wurde. Das Schwert lässt sich nun sehr leicht bedienen und wir sind diese hässliche Stolperstelle los. Lediglich das Verstauen der Aufholleine befriedigt noch nicht, wird aber in der kommenden Weihnachtspause gelöst. Hinter den Sitzen heckseitig sind die Buchten unter dem Deck beidseitig mit groben Leinenbezügen abgeschlossen, die oben und unten in Rundhölzern geführt sind. Das obere Rundholz lässt sich einfach ein- und aushängen. Dahinter bietet sich ein großer Raum für Festmacher, Schoten, Schwimmwesten und die Sonnen- bzw. Regenpersenning. Zusätzlich haben wir für die Liegephase eine vordere Baumhilfsstütze gebaut, die zusammen mit der ausziehbaren hinteren Baumstütze den Baum ca. 30cm höher bringt. Mit einem Holzbügel achtern können wir nun eine provisorische Persenning (Plane) über das gesamte Cockpit spannen, die uns auch bei Regen schon gute Dienste geleistet hat. Wer hier eine gute und flexible Persenninglösung hat, möge sich gerne bei uns melden. |