Flotte Baldeneysee

Wenn im letzten Jahr die Elodea und andere Wasserpflanzen im Baldeneysee noch als Hemmnis für unser Segelvergnügen angeführt wurden, so war der Ruhrverband in diesem Jahr gut vorbereitet. Manchmal ist gute Vorbereitung schon ausreichend. Die Elodea konnte sich auch wetterbedingt nicht ausbreiten, sodass der Spaß am Segeln durch sie nicht beeinträchtigt wurde.
Obwohl die Zahlen der Aktiven anderer Klassen stabil sind, ist der Rückgang der sichtbaren und dokumentierten Aktivitäten der Hansa-Jollen-Flotte deutlich. Konnten wir in der vergangenen Saison noch Regattateilnahmen an der insgesamt am See gut nachgefragten Mittwochsregatta verzeichnen, musste ich feststellen, dass wir lediglich eine Meldung (ohne Wertung) der Hansa-Jollen in der Ergebnisliste finden konnten.
Handelt es sich dabei aufgrund der zunehmenden Individualisierung um einen bewussten Rückzug ins Private? Spielt vielleicht die Angst vor Beschädigungen in großen Feldern eine Rolle? Fühlt man sich in der Regelkunde nicht sicher?
 Vielleicht betrachten wir es mal so: Hier gibt es eine Qualität, die wir bisher noch nicht betont haben. Die Hansa-Jolle bietet offensichtlich stressfreies Segeln zur Entspannung und Erholung. Ihr einfaches Handling, aber auch ihre Berechenbarkeit werden von den Eignern geschätzt. Auch allein lässt sie sich gut segeln. So eröffnen sich Zeit und Raum zum Abschalten, Nachdenken und Naturerlebnis. In der heutigen Zeit offenbar wichtiger als Erfolgserlebnisse im Wettkampf.
Der Zusammenhalt der Flotte scheint aber ungebrochen, zumindest beim geselligen Treffen gab es viel zu erzählen.
Auf die Frage, was können wir gegen das Abdriften in die Bedeutungslosigkeit in unserem einst so starken Revier tun, gab und gibt es keine einfachen Antworten. Die Überalterung der Klasse ist zwar erkennbar, mündet aber nicht in Bemühungen, jüngere Segler an unser schönes Boot heranzuführen, da ein Verkauf für die meisten Eigner keine Option ist. Nach wie vor kann man bei den Ausfahrten an den Wochenenden das Interesse anderer Wassersportler an unserem klassischen Boot erkennen, wenn es aber um die Frage der Anschaffung einer Hansa-Jolle geht, zeigt sich bald, dass eine neue Hansa-Jolle in Konkurrenz zu größeren Schiffen – hier vor allem gebrauchten Folkebooten- und deren Anschaffungspreisen ins Hintertreffen gerät. Bei den gebrauchten Holzbooten ist den Interessenten das Risiko von aufwändigen Reparaturen zu groß. Die Verjüngung der Klasse kann offensichtlich nur über einen attraktiven Preis bzw. über die Liebhaberei zum klassischen Schiff erreicht werden. Leider konnte in der vergangenen Saison das “Klassiker Rendezvous Rheinland“, der Treffpunkt für Liebhaber und Freunde klassischer Yachten, wegen zu geringer Meldungen nicht zu neuen Kontakten und Erfahrungsaustauch beitragen.

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